Vorlesungsverzeichnis SoSe 2018 (Archiv)

Inhaltsverzeichnis

Das studentische Vorlesungsverzeichnis

StudiVVZ SoSe2018_Heft -> das Verzeichnis als .pdf zum ausdrucken und offline lesen, die aktuellsten Infos findet ihr aber hier auf der Seite.

Über das studentische Vorlesungsverzeichnis

Alle hier versammelten Lehrveranstaltungen werden von Studierenden konzipiert und geleitet. Miteinander gemein haben sie außerdem, dass sie explizit für jede*n – egal von welcher Uni, ob immatrikuliert oder nicht – offen sind.

Schon diese kleine Geste – die Zusage, dass alle Interessierten willkommen sind – hat eine politische Bedeutung. Selbstverständlich ist diese Offenheit für die Hochschule nämlich nicht. Die Tore dieses Ortes, dessen Idee es vielleicht einmal war, positiv in die Gesellschaft hinein zu wirken, schließen sich der Tendenz nach zunehmend. Paradoxerweise liegt dieser Trend quer zu einer Zunahme der Studierendenzahlen in bisher unbekanntem Ausmaß – mehr als 50% Prozent jedes Jahrgangs studieren mittlerweile. Während nach wie vor für diejenigen, die kein Abitur haben die Hürden auf dem Weg zu ‚höherer Bildung‘ schwer zu überwinden sind, wird es auch noch zunehmend fraglich, inwiefern selbst Immatrikulierte an der Universität noch so etwas wie Bildung erleben dürfen. Regelstudienzeit, Modularisierung, ECTS-Punkte und ein Dutzend Zwischenprüfungen machen unmöglich, was gemeinhin als Voraussetzung für eine bildende Erfahrung gilt: Die Freiheit und die Zeit zu experimentieren, den eigenen Interessen nachzugehen, zu scheitern. Wer belegt unter solchen Bedingungen noch ein Seminar aus purer Neugier, nimmt sich noch die Zeit, um das Lehrangebot anderer Hochschulen kennenzulernen?

Die Universität verschließt sich für alle, auch für diejenigen, die ihr angehören. Daran grundsätzlich etwas zu ändern, können wir uns mit diesem Vorlesungsverzeichnis nicht vornehmen. Was hier angeboten wird, ist auch keine ‚Gegenuniversität‘. Die studentischen Seminare und Vorlesungen, die hier gelistet sind, tauchen in der Regel auch im offiziellen Vorlesungsverzeichnis auf, sind mit Leistungspunkten anrechenbar und werden mit Uni-Geldern finanziert. Unser Anspruch ist es vielmehr, die Ressourcen und Strukturen der Universität ein Stück weit gegen sie selbst zu richten. Wir wollen mehr Menschen studentische Lehre nahebringen und so zeigen, dass es für ein gutes Seminar nicht unbedingt eine Professor*in braucht. Wir vereinen Veranstaltungen verschiedener Berliner Universitäten, um Studierende zu motivieren, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, Angebote an anderen Hochschulen wahrzunehmen – eine Möglichkeit, die stetig durch immer rigider werdende Anmeldeverfahren verbaut wird. Wir wenden uns auch an Nicht-Studierende, die in der Regel nur ausnahmsweise die ehrwürdigen Hallen der Universität betreten dürfen und für die unser Angebot eine unkomplizierte Möglichkeit sein soll, Seminare zu besuchen. Wir hoffen, dass dadurch das Prinzip einer Universität, die von einem Ort für Wenige zu einem für Keine*n geworden ist, ein wenig unterwandert wird.

Wie benutze ich das studentische Vorlesungsverzeichnis?

Die Tutor*innen der hier aufgelisteten Seminare und Projekte haben zugestimmt ihre Veranstaltung für alle, die Interesse haben, zu öffnen und die nötigen Lehrmaterialien frei zur Verfügung zu stellen. Du kannst jede der Veranstaltungen also einfach besuchen. Wenn du dir bei irgendetwas unsicher bist, du vielleicht die Räume nicht kennst, nicht weißt, wie du an die Seminartexte kommst oder sonst eine Frage hast, kannst du dich immer bei der entsprechenden Tutor*in per E-Mail melden.

Wenn du in einer der Veranstaltungen gerne Leistungspunkte erwerben möchtest, solltest du dich informieren, inwiefern das möglich ist und ob du dir diese für deinen Studiengang anrechnen lassen kannst. Wende dich an die studentische Studienberatung, das Prüfungsamt, deine Modulbeauftragte oder an die Tutor*in der Veranstaltung. Grundsätzlich gilt, dass du in Berlin das Recht hast, Leistungen auch an anderen Unis zu erbringen. Manche Prüfungsämter sind bei der Anerkennung strenger als andere. Meistens ist die Anrechnung kein Problem, manchmal muss man aber etwas hartnäckig sein, damit es klappt. Lohnen tut es sich ganz bestimmt!

Studentische Lehre

Über studentische Lehre in Berlin

Berlin hat eine lange Geschichte studentischer Tutorien und Seminare. In den West-Berliner Hochschulen, die sich schon seit ihrer Gründung Ende der 40er Jahre als besonders progressiv verstanden, trugen Studierende von Anfang an viel Verantwortung in der Lehre. Ein breites Netz an studentischen Tutorien war kennzeichnend für das sogenannte ‚Berliner Modell‘, das sich durch egalitärere Verwaltungsstrukturen von den anderen bundesdeutschen Universitäten unterschied. Das Konzept der auch heute noch vorhandenen Projektwerkstätten und -tutorien an der TU und HU wurde in den 80er Jahren von einem Bündnis linker Studis und Professor*innen erarbeitet und durchgesetzt. Auch an der FU wurde ein Programm studentischer Seminare politisch erkämpft. Im WS 1989/90 wurden an der FU 68 (!) Projekttutorien angeboten. Nach vielen Jahren ständiger Kürzungen wurden diese jedoch 2002 endgültig durch einen Beschluss der professoralen Mehrheit des akademischen Senats klammheimlich eingestellt.

Oft waren und sind die studentischen Seminare einige der wenigen Lehrveranstaltungen, in denen sich auf Augenhöhe mit Dingen beschäftigt wird, die im üblichen Unibetrieb keinen Platz haben. Damit spielen sie seit jeher eine kritische Rolle an einer normalerweise eher unkritischen Institution. Doch schon von Anfang an fügten sich Tutorien und Projektwerkstätten auch sehr gut in die Ziele der Universitäten ein. Als relativ günstige Arbeitskräfte stopfen Studierende die Löcher im Lehrangebot und sollen dabei vor allem das beisteuern, wofür sich andere zu schade sind: Praxisbezug, Interdisziplinarität, Kompetenzenerwerb. Wer schlicht einen Lesekreis zu Rosa Luxemburg anbieten will, hätte mit ihrem*seinem Antrag keine Chance. Leider muss man feststellen, dass diese Tendenz sich weiter verschärft und sich studentische Lehre immer besser ins Leitbild der ‚unternehmerischen Universität‘ einfügt. Die Hochschulen können damit werben, dass sie ihren Kunden die Möglichkeit bieten, sich schon frühzeitig in Führungsaufgaben zu bewähren und Studierende üben mit dem Antragsschreiben schon einmal die Heuchelei und Konformität des Drittmittelsystems ein. Beste Voraussetzungen für eine Karriere in der Wissenschaft. Seminare, die von Studierenden geleitet werden, sind also nicht per se progressiv – weder der Form noch dem Inhalt nach. Umso erstaunlicher daher, dass sie es oft genug dennoch sind. Wir sehen in den verschiedenen Formaten studentischer Lehrveranstaltungen, die es in Berlin gibt, nach wie vor eine Chance für kritische Wissenschaft und Lehre ‚von unten‘. Damit diese Chance besser genutzt werden kann, glauben wir aber, dass es einen klügeren und solidarischeren Umgang mit ihr braucht. Anstatt schon im Bachelor um Geld und Positionen mit anderen Studierenden zu konkurrieren, sollten wir unser Wissen darum, wie man erfolgreiche Anträge schreibt, ohne sich dabei den Anforderungen der Uni zu unterwerfen und ohne den eigenen kritischen Anspruch aufzugeben, sammeln und miteinander teilen. Anstatt sich als Einzelkämpfer*in durchs Studium zu schlagen, sollten wir uns gegenseitig unterstützen und uns kollektiv für studentische Projekte bewerben. Auch dieses Vorlesungsverzeichnis ist als Versuch zu verstehen, studentische Lehre so zu fördern und zu organisieren, dass sie sich in Zukunft noch stärker durch ihre Offenheit und Progressivität vom Rest der Uni unterscheidet.

Willst du selbst ein Seminar geben?

Die Vorstellung, selbst ein Seminar zu konzipieren und für dieses dann ein ganzes Semester lang Verantwortung zu tragen, ist sicherlich zunächst abschreckend. Die Erfahrung zeigt aber, dass es so schwierig gar nicht ist. Wenn man sich für das Thema wirklich interessiert, dann fällt die Vorbereitung in der Regel leicht. Nie im Studium hat man außerdem sonst die Gelegenheit, sich so intensiv mit einer Sache auseinanderzusetzen! Die eigene Begeisterung überträgt sich in der Regel auch auf die anderen Studierenden und so zählen studentische Seminare meistens zu den spannendsten und intensivsten. Ihr könnt euch auch zu zweit oder zu dritt oder zu sechst die Arbeit und Verantwortung teilen! Es gab und gibt sehr erfolgreiche studentische Seminare, die kollektiv gestaltet und durchgeführt wurden. Um es dir oder euch leichter zu machen und die Erfahrung von Studierenden, die schon einmal eine eigene Veranstaltung geleitet haben, weiterzureichen, haben wir einen Verteiler mit aktuellen und ehemaligen Tutor*innen eingerichtet. Wenn du eine Idee für ein eigenes Seminar hast und dafür noch gerne Ratschläge und Tipps hättest, dann schicke dein Anliegen einfach an diesen Verteiler: stud.lehre.berlin@lists.riseup.net

In Berlin gibt es zur Zeit vier verschiedene Programme, bei denen man die Förderung eines eigenen Seminars beantragen kann. An der TU gibt es die ‚Projektwerkstätten‘ und die ‚tu projects‘ und an der HU Berlin gibt es die ‚Q-Tutorien‘ und die ‚Projekttutorien‘. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Formaten sind nicht sehr groß. Die Informationen zu den Konditionen, Fristen, inhaltlichen und formalen Kriterien sind alle leicht im Internet ausfindig zu machen. Abgesehen von den Projekttutorien, die nur für HU–Studierende offen stehen, kann man sich bei jedem der Programme bewerben wenn man an einer der Berliner Universitäten oder Hochschulen eingeschrieben ist und in der Regel muss man mindestens im dritten Fachsemester sein.

Veranstaltungen Sommersemester 2018

Affekt im Schreiben. Schreiben im Affekt

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Dorotheenstraße 24 (DOR 24), Raum 2.102
Zeit: Donnerstag, 12-16 Uhr, findet alle zwei Wochen statt
Seminarleitung: Lina Bonde und Lukas Reimann

Kontakt: lina.bonde@hu-berlin.de, reimanlk@hu-berlin.de

 

Wir wollen uns Affekten annähern, anschauen, spüren und letztendlich auch diese vermitteln. In den Geschlechterstudien und besonders in der feministischen Epistemologie wird der traditionellen Objektivitätsbegriff und der Glauben an eine objektive Wissensproduktion oft infrage gestellt. Das stellt nicht nur die Politik, Wissenschaft und Forschung vor Herausforderungen, sondern natürlich auch die Vermittlung von Wissen. Gefühle, verkörperte Erfahrungen, erlebte Geschichten und Körper sind alle Teile von der Orientierung zum (kollektiven) Affekt, was unter anderen in den Gender Studies als „affective turn“ verstanden wird. In wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Affekten vermischen sich Grenzen zwischen Wissenschaftlichem, Lyrischem und Autobiographischem. An dieses Spannungsfeld zwischen Affekt, Wissensproduktion und Wissensvermittlung wollen wir mit unserem Seminar ansetzen.
In diesem Q-Tutorium fragen wir danach, wie Kritik und Wissensproduktion sich durch Affekte und Leidenschaft äußern lassen, wie Grenzen der Wissensproduktion und Legitimität sich neugestallten lassen, und besonders wie die Praxis der Wissensvermittlung sich dadurch verändert. Genauer gesagt; wie gehen wir mit Affekten im Schreiben und Schreiben im Affekt eigentlich selbst um? Unsere Methode wird besonders Bezug auf das eigene Schreiben nehmen. Die akademische Schreibpraxis wird dabei als etwas Kreatives gesehen, wo durch wir analysieren wollen wie akademische Texte sich mit Leidenschaft, Affekten und Gefühlen vermischen. Das Ziel ist deshalb nicht nur die Diskussion der affekttheoretischen Erkenntnisse und deren Auswirkung auf die Schreibpraxen andere auszuleuchten, sondern sehen wir es als genauso wichtig diese Erkenntnisse durch eigene Schreibexperimente neu verstehen und ausprobieren zu können. In einen gemeinsamen Schreibprozess der sich durch das ganze Semester zieht, werden die Forschungsfragen der studierenden kollektiv und/oder individuell entwickelt und beantwortet.
Anmerkung:                               
Das Tutorium ist offen für alle Studierende, die gerne leidenschaftlich schreiben oder daran interessieret sind wie akademische Texte sich mit Leidenschaft, Affekten und Gefühlen vermischen. Es wird davon ausgegangen, dass die Studierenden sich mit gängigen Konzepten der Geschlechterstudien auskennen. In dem Fall, dass es an Vorwissen fehlt, wird eigenständige Aneignung von Wissen unterstützt.Um unsere Fragestellungen zu beantworten erwarten wir die Studierenden während das ganze Semester, mit Hilfe von uns gegeben Anleitungen und Übungen, selbst Texte produzieren. Das eigene Schreiben kann auf Deutsch oder Englisch sein, aber es wird erwartet, dass die Teilnehmer_innen entweder auf Deutsch oder Englisch gut kommunizieren können und die beiden Sprachen gut verstehen.

Apocalypse Now? Understanding the Present Moment through Societal Fears of Catastrophe

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Sophienstraße 22-22a (SO 22), Raum 0.03
Zeit: Dienstag, 16-18 Uhr
Seminarleitung: Reed Elizabeth McConnell
Kontakt: reed.e.mcconnell@gmail.com

The end of the world is near. Oder? Recent articles in the New Yorker and New York Times have documented the movement of survivalism and prepper culture into the mainstream, and the ownership of bunkers and emergency helicopters is becoming a status symbol in certain elite circles. Our science fiction is increasingly dystopic, the doomsday clock is the closest it’s been to midnight since 1953, and the rise of a belligerent far right around the world has left many fearing a global breakdown in geopolitical stability. In this course we will design and carry out research projects on our own or in small groups that address the following question: What can widespread societal fears of catastrophe and apocalypse tell us about the nature of the present moment, and about our ability as a planet to move forward into a stable and sustainable future?

Aporien des Rechts: Eine Kritik am Recht 

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Dorotheenstrasse 24 (DOR24), Raum 1.406
Zeit: Mittwoch, 18-20 Uhr
Seminarleitung: Anna Schwietering, Friedrich Weißbach

Kontakt: fjweissbach@googlemail.com

 

In einer Demokratie, die auf der Gewaltenteilung zwischen Judikative, Exekutive und Legislative aufbaut, wird ausgiebig über inhaltliche Fragen von Gesetzen, über deren Durchsetzung und Auslegung diskutiert. Selten hingegen wird das Recht als solches in seinem spezifischen Wesen und in seiner Funktion als Reglungsinstanz des gesellschaftlichen Zusammenlebens hinterfragt. Wenn man sich diesem Themenbereich aber näher widmet, kommt schnell eine Reihe grundlegender Fragen auf. Warum ist unser Recht so wie es ist und nicht anders? Woher kommt unser Recht und wie erfährt es seine Legitimation? Ist unser Recht gerecht?

Ziel des Tutoriums soll es in diesem Semester sein, grundlegende Probleme des Rechts offenzulegen und kritisch zu reflektieren. Dabei sollen insbesondere zwei Problemfelder ausführlich untersucht werden. Zum einen soll die scheinbar notwendige Verknüpfung des Rechts mit der rechtsdurchsetzenden Gewalt eines Souveräns hinterfragt werden. Zum andern betrachten wir daran anschließend die Frage nach der Bedeutung von Schuld und Strafe sowie rechtlicher Subjektivierung für das gesellschaftliche Zusammenleben. Themenübergreifende Frage unserer Forschung soll sein, ob Recht tatsächlich notwendig an richtende Souveränität gebunden sein muss oder ob sich auch ein Recht jenseits dieser Logik vorstellen ließe. Zum Schluss wollen wir daher mögliche Auswege aus den aufgezeigten Aporien des Rechts gemeinsam diskutieren.

Demokratie auf Abwegen? – Ein Blick nach Ungarn

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Burgstrasse 26 (BU26), Raum 113
Zeit: Montag, 18-20 Uhr 
Seminarleitung: Kai Mertens 
Kontakt: kai8390@web.de
Ausgehend von den Veränderungen in Verfassung und Recht, ist die ungarische Politik in den letzten Jahren immer wieder in Kritik geraten. Dazu kommen Mediengesetze, Bildungsreformen sowie eine Asyl- und Migrationspolitik, die besonders die Europäische Union an Ungarns Rechtsstaatlichkeit haben zweifeln lassen.      
Das Q-Tutorium versucht im Sommersemester die politische Lage Ungarns einzuordnen und auf interdisziplinäre Weise zu erforschen. Dazu mögen – je nach Interessen der Teilnehmenden – verschiedene Forschungsfragen und Methoden entwickelt werden. Alle Themenschwerpunkte sollen insgesamt den Wünschen und Arbeitsinteressen der Teilnehmenden entsprechen und daran angepasst werden. Ziel dieser freieren Herangehensweise ist eine Stärkung intrinsischer Motivation und eine Öffnung für eine weitreichende Ergebniszusammenstellung am Semesterende.            
Neben ECTS-Punkten (5 für ÜWP) und der Möglichkeit einer Prüfung besteht die Möglichkeit, ein Zertifikat zu erwerben, das die Mitgestaltung einer öffentlichen Präsentation im Sommersemester bescheinigt. Darüber hinaus soll die Möglichkeit gegeben werden, Essays zu verfassen, die in den im Wintersemester begonnen Sammelband mit aufgenommen werden können.  

Das Q-Tutorium versteht sich als interdisziplinäres Forschungsseminar und steht Studierenden aller Fakultäten sowie externen Interessierten offen. Es besteht über die Veranstaltung hinaus Kontakt zu einer studentischen Kooperationsgruppe in Budapest, mit der ein regelmäßiger Austausch vorgesehen ist.

Deutschkurs in der Box 

Technische Universität Berlin 
Ort: Frauenhoferstrasse 33-36 (FH), Raum 1018
Zeit:Freitag, 12-16 Uhr
Seminarleitung: Lucia Forcioli-Conti, Marion Erle, Jacqueline Szeibert
Kontakt: luciaforcioli@mailbox.tu-berlin.de; erle@campus.tu-berlin.de; jacqueline.szeibert@yahoo.com
Deutsch: Im Seminar werden die ehrenamtlichen Deutschkurse betrachtet, die in Berlin mit geflüchteten Menschen stattfinden, mit dem Ziel, eine unterstützende Materialbox für diese Initiativen zu produzieren. Dabei ist das Engagement in der Projektarbeit sowie die Zusammenarbeit der Studierenden mit Verbänden und Betroffenen essentiell. Das Spektrum an verschiedenen Deutschkurssituationen (Alphabetisierungskurse, Kurse für Frauen mit Kinderbetreuung, Kurse in Flüchtlingsheimen oder außerhalb etc.) wird erfasst, indem die Studierenden mit verschiedenen Initiativen in Kontakt treten und an bestehenden Deutschkursen hospitieren. Das Ziel dieses Semesters ist an den Materialien weiter zu arbeiten, die in den letzten Semestern entwickelt wurden. Das entworfene Material soll demnach jedem Verband oder jeder motivierten Person ermöglichen, ohne erheblichen Mehraufwand einen Deutschkurs für Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund zu gestalten. Das Material (Poster, Lernspiele, Tipps etc.) soll sowohl inhaltlich als auch didaktisch angemessen und flexibel einsetzbar sein und auch einen Zugang zu einer möglichst professionellen Internetplattform umfassen. Die Studierenden arbeiten eigenständig in der Gruppe, entwickeln Materialien, und nehmen teil an der Herstellung von Fotos und Abbildungen die für die Materialien benutzt werden.
Studierende aller Fachrichtungen mit oder ohne Erfahrung in Didaktik oder Deutschunterricht sind willkommen am Projekt teilzunehmen. Mehr Infos auf unserer Webseite http://deutschkursinderbox.de
Sprache: Hauptsprache der Projektarbeit wird dieses Semester Deutsch sein, allerdings ist das Seminar auch für Englishsprachige offen.
English: Our idea is to build a box, which would contain teaching-material (posters, pictures, games, guidelines…) for volunteers who want to help asylum-seeking people to learn German. We noticed, from personal experience, that many teachers need and would use this teaching help. Often, they do not know what they should teach, how they can give a fun and structured class, or how they can meet the needs and wishes of the German-learning people in front of them. Those free (or very low cost classes) classes are very special, since the German-teachers are rarely professionals, who usually do not have much time to prepare their classes beforehand. Often, it is even not really possible to prepare them because one never knows for sure who their pupils are going to be, nor the various levels of said pupils. Moreover, the German-learning people are from different countries, cultures, academic backgroundsand their knowledge of the latin Alphabet is very diverse. Hence the idea is to build a box, which could be ordered online for a small amount of money. We hope that with such an offer, there are going to be more German-speaking people willing to give free German classes. We do not want to make any personal profit with the final product, and we want the material to be as open as possible with a Creative Common Licence. We welcome every Student, with our without experience with this kind of „non-professional“ German classes, as a learning or teaching person to join us next semester to work in an interdisciplinary project with a real-life impact!
Language: The main language of the course is German. However, the course is open for Englishspeaking Students.
More on our website:http://deutschkursinderbox.de

Emotionen in sozialen Bewegungen

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Universitätsstraße 3b (UNI 3), Raum K12b 
Zeit: Montag, 14-16 Uhr
Seminarleitung:Janne Knödler und Dominik Loser
Kontakt: domloser@outlook.de
Emotionen gelten häufig als “dunkle Seite” der Politik.  Auf die “populistischen” Akteur*innen ausgelagert werden sie als Gegensatz zum imaginierten Idealsubjekt der Aufklärung positioniert. Wir haben keine Lust mehr auf falsche Dichotomien (Demokratie – Populismus, Rationalität – Emotionalität, politisch – persönlich) und wollen deshalb in diesem Seminar erforschen, welch emanzipatorisches Potential in Emotionen steckt. Soziale Bewegungen nämlich wären undenkbar ohne Emotionsarbeit, in der dominante Vorstellungen von angemessenen Emotionen infrage gestellt und umgedeutet werden. 
Beginnend mit der Frage, was eigentlich eine Emotion ist und wie wir sie als Sozialwissenschaftler*innen de-psychologisieren und gesellschaftspolitisch kontextualisieren können, möchten wir über eine kurze Exploration sozialer Bewegungen in Kleingruppen ein eigenes Forschungsprojekt konzipieren und durchführen, in der wir die Emotionsarbeit von selbst gewählten Akteur*innen sozialer Bewegungen erforschen.

Entfremdung, Verdinglichung, Eindimensionalität

Humboldt Universität Berlin 
Ort:Universitätsstraße 3b (UNI3), Raum K12a 
Zeit: Mittwoch, 12-14 Uhr
Seminarleitung: Jonas Fischer
Kontakt: jfr@riseup.net
»Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion.« (Marx/Engels: Die deutsche Ideologie)
 
Einer materialistischen Gesellschaftskritik muss es gelingen, Bewusstseinsstrukturen und Subjektivitätsformen als gesellschaftliches Produkt aus dem Stoffwechselprozess mit der Natur zu begreifen. Die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise wird so zum Schlüssel für das Verständnis von gesellschaftlichem Bewusstsein. Mit Entfremdung (Karl Marx), Verdinglichung (Georg Lukács) und Eindimensionalität (Herbert Marcuse) sollen drei materialistische Konzeptionen von Bewusstsein und Subjektivität aus verschiedenen historischen Phasen der kapitalistischen Produktion im Fokus des Projekttutoriums stehen. Es soll untersucht werden, welche Verfahrensformen der kapitalistischen Ökonomie als Ausgangspunkt dienen und welche Phänomene erklärt werden können. Darüber hinaus sollen die von den Autoren aufgezeigten Fluchtlinien zur Aufhebung der kapitalistischen Zustände diskutiert werden.

„I’m not there“: Die vielen Gesichter des Bob Dylan im Film von Todd Haynes

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Dorotheenstrasse 24 (DOR24), Raum 1.604
Zeit: Donnerstag, 16-20 Uhr (erster Termin am 26.4.2018)
Seminarleitung: Janosch Reble, Lisa Schröer
Kontakt: schroerl@hu-berlin.de, reblejan@hu-berlin.de
Und was hat das mit Bob Dylan zu tun? Diese Frage an den Film „I’m not there“ von Todd Haynes möchten wir in unserem Q-Tutorium bearbeiten. Der Film, in dem der Name Bob Dylan kein einziges Mal erwähnt wird, interpretiert Dylans Biographie auf abstrakte Weise. Wir möchten uns gemeinsam das Vorwissen erarbeiten, das zum Verständnis von „I’m not there“ dient.
Dafür wollen wir uns mit Namen wie Woodie Guthrie, Arthur Rimbaud und Joan Baez sowie mit Bob Dylans Karriere von seiner Inszenierung als Hobo hin zu seiner christlichen Phase beschäftigen. Vor diesem Hintergrund entwickeln Kleingruppen eigene Fragestelllungen und beschäftigen sich in Projektarbeit mit den verschiedenen Bob Dylan-Darstellern im Film. Dabei fließen theoretische Ansätze wie Intertextualität und Intermedialität, Rewriting und kulturelle Ikonizität mit ein.
In Blocksitzungen werden verschiedene Kapitel des Films analysiert und anschließend aufgearbeitet. Für eine abschließende öffentliche Filmvorführung möchten wir eine Broschüre entwickeln, die auch für Nicht-Dylan-Experten den Film und seine Hintergründe einordnet und erklärt.
Studierende aller Fachrichtungen sind willkommen. Gute Englischkenntnisse sind wichtig, da wir uns mit dem Film in Originalsprache beschäftigen und viel englischsprachige Literatur lesen werden.

Indoor Grow Lab

Technische Universität Berlin 
Ort/Zeit: nach Absprache per Email (s. Kontakt)
Seminarleitung: Nikolaos Perimenis; Tim Zander
Kontakt: indoorgrowlab@gmail.com
Das Projekt beschäftigt sich mit nachhaltiger Pflanzenbeleuchtung. Durch die richtige Einstellung der Beleuchtungsparameter lassen sich nämlich Qualität und Quantität von Pflanzen beeinflussen. Wenn man die nicht bedeutenden Wellenlängen herausnimmt und die Intensität richtig einstellt, lässt sich zudem noch Strom sparen. Studierende aller Fachrichtung sind herzlich willkommen, wobei fachlich nahestehende Studierende besonders erwünscht sind. Wir werden basierend auf einem bestehenden Prototypen eigene Prototypen entwickeln, testen und optimieren.
Der Seminartermin wird mit allen Interessierten ausgemacht und wird am Campus am Ernst Reuther Platz im E-Gebäude stattfinden. Das Projekt findet hauptsächlich in der Vorlesungszeit statt.

Ist die Haltung das Problem?

Humboldt Universität Berlin
Ort: Ziegelstraße 4 (ZI05), Raum 314
Zeit: Blockseminar (Mi 16-20 Uhr im Zeitraum 25.04.-13.06., Fr 10-18 Uhr am 01.06., Sa 10-18 Uhr am 02.06., So 10-18 Uhr am 03.06.)
Seminarleitung: Sabine Scheer, Jana Warnecke-Langer
Kontakt: scheersa@hu-berlin.de
Im Sommersemester 2018 starten wir das Projekt Haltung 2.0 
 
Wir möchten uns mit der Problematik von festgefahrenen Denkmustern und pädagogisch (un)professionellen Handlungen im Kontext Schule bei uns selbst, Lehrenden und Lehramtsstudierenden beschäftigen. Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit unserer eigenen Haltung und die Anbahnung einer professionellen pädagogischen Kompetenz im Umgang mit heterogenen Lerngruppen und Inklusion. 
Nachdem wir gemeinsam verschiedene Perspektiven auf professionelle pädagogische Haltung theoretisch, wissenschaftlich und empirisch betrachten, werden wir Haltung und entsprechende Kompetenzen auf unsere Persönlichkeit und Erfahrungen beziehen. 
An einem gemeinsamen Blockwochenende bekommst du die Möglichkeit, durch Vermittlungsmethoden, Übungen und Trainings deine eigene Haltung zu reflektieren und  Baustellen aufzudecken. 
 
Voraussichtlich kannst du dir das Projekt Haltung mit 5 Leistungspunkten über den ÜWP anrechnen lassen, wenn du an der Humboldt-Universität im Masterstudiengang Lehramt eingeschrieben bist. Kläre das aber unbedingt im Voraus mit deinem Prüfungsbüro, da die verschiedenen Institute Projekttutorien sehr unterschiedlich bewerten. 
Wenn du Sonderpädagogik an der HU studierst, gibt es diverse Möglichkeiten der Anrechnung im Bachelor und Master. 
Eine Masterstudentin der FU hat auch eine Anrechnung durchgesetzt. 
Wenn du Fragen hast, kannst du uns unter haltung@kreidestaub.net erreichen. 
 
Wir freuen uns auf ein spannendes Tutorium mit dir! 
Jana und Bine

Is there a ready-made gender? Ontological and Epistemological Perspectives

Humboldt Universität Berlin 
Ort: noch nicht veröffentlicht, bitte online auf atopos.eu nachschauen
Zeit: Donnerstags, 14-16 Uhr
Seminarleitung: Nick Küspert, Lou Witte
Kontakt: kuespert.nick@gmail.com

The project tutorial explores whether gender exists mind-independently. We contrast realist positions that affirm this question with relativist positions that deny it. The participants investigate the research question with regards to ontological as well as epistemological aspects and work out especially the political advantages and disadvantages of the different positions. The tutorial will be held in english.

 

Kolloquium: Was ist Ökonomie? Theorie und Kritik des ökonomischen Denkens

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Spandauer Straße 1 (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät HU Berlin), Raum 21b
Zeit: Donnerstag,  18 Uhr (Start 26. April)
Kontakt: info@wasistoekonomie.de

Im Sommersemester 2018 wollen wir uns in unserem Kolloquium mit Zielen, Methoden und Legitimation von Wirtschaftswissenschaften beschäftigen: Was ist Ökonomie aus einer wissenschaftstheoretischen Sicht? Welche Rolle nehmen die Wirtschaftswissenschaften innerhalb der (Sozial)wissenschaften ein? Wie prägt(e) naturwissenschaftliche Methodik die VWL? Durch die Lektüre und Diskussion verschiedener Texte möchten wir versuchen diese Fragen zu beantworten. Je nach Interesse der Teilnehmenden wollen wir auch versuchen die Rolle der Volkswirtschaftslehre in Wissenschaft und Politik in Deutschland besser zu verstehen. Das genaue Programm gestalten wir gemeinsam.

Körper, Raum und Zeit als Querschnittsthemen der Geisteswissenschaften

Technische Universität Berlin 
Ort: Marchstrasse 23 (MAR 23), Raum  0.011
Zeit: Dienstags, 12-14 Uhr
Seminarleitung: Gregor May, Patricia Schubert
Kontakt: patricia.b.schubert@campus.tu-berlin.de

Die Lehrveranstaltung steht jedes Semester unter dem übergeordneten Themenschwerpunkt „Querschnitt der Geisteswissenschaften“. Dieses Semester wird die Körpergeschichte und Medizingeschichte im Mittelpunkt stehen. Welche Zugänge zum Thema Körper bietet die Technik- und Kulturgeschichte jenseits der Wahrnehmungsgeschichte? Die Geschichte der Hygiene und die Entwicklung der Medizin wird an Beispielen aus der Antike, dem Mittelalter und der Industrialisierung diskutiert. Die methodische Erfassung und Vermessung von Körpern sollen unter dem Gesichtspunkt von Frauengeschichte beleuchtet werden und die kulturgeschichtlichen Konsequenzen aufzeigen.

Mit unserer Lehrveranstaltung möchten wir die disziplinären und interdisziplinären Ansätze zu diesen Themen herausarbeiten und mit den Studierenden diskutieren. Die Thematik soll durch eine Objektpräsentation und Objektbiographie methodisch veranschaulicht werden und dadurch auch didaktisch die Interdisziplinarität gewährleisten.

Leben im Gefängnis

Technische Universität Berlin 
Ort: Ernst-Reuter-Platz 7 (TEL-Hochhaus); Raum TEL 811
Zeit: Mittwochs, 12-14 Uhr
Seminarleitung: Eva Tanz, Stephanie Böckermann 
Kontakt: lebenimgefaengnis@gmail.com 
Wir starten im Sommersemester mit dem zweiten Teil der Projektwerkstatt „Leben im Gefängnis – Menschenrechte im Strafvollzug“ und möchten in diesem Semester gemeinsam mit den Studierenden auf spezielle Gefangenengruppen eingehen wie z.B. Frauen im Gefängnis, LGTBI, Kinder im Gefängnis und bieten eine Exkursion in die JVA Tegel an.

Literatur ohne Buch

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Dorotheenstr. 24 (DOR24), Raum 1.505 
Zeit: Mittwochs, 10-12 Uhr
Seminarleitung: Thomas Haak
Kontakt: thomas.haak@student.hu-berlin.de 
Literatur steckt in Büchern. Sie sind das Medium, in dem Literatur vom Autor über den Verlag, die Druckerei und den Vertrieb zum Leser kommt. So ist das seit Generationen. Doch die neuen Technologien haben die bisherigen Distributionswege und die Rezeptionspraxis von Literatur weitreichend und unwiderruflich verändert. Seit es den Rundfunk gibt, wird Literatur auch im Rundfunk abgebildet. Das Gleiche gilt für das Fernsehen und seitdem die Möglichkeiten im Internet gegeben sind, findet Literatur auf völlig neuen Wegen auch dort statt.
Braucht die Literatur noch das Buch? Sind Verlage, Druckereien und Vertriebe noch nötig, um Literatur an den Leser zu bringen? Oder: kann man erfolgreich Literatur im Rundfunk, im Fernsehen oder im Internet verbreiten – ohne Verlag, Druckerei und Vertrieb – und wenn ja, was braucht es dazu? Das Tutorium versucht die Transformationen in der Distributions- und Rezeptionspraxis von Literatur zu reflektieren und sucht nach (neuen) Wegen für die Literatur ohne Buch.
In diesem, dem 2. Semester des Tutoriums, begeben wir uns auf Spurensuche ins Internet und auf mobile Plattformen. Wir sprechen mit Machern aus der Szene und entwickeln eigene Konzepte.

‚Neue Rechte‘ als gesellschaftliches Phänomen 

Humboldt Universität Berlin
Ort: Institutsgebäude – 311 Mohrenstraße 40/41 (MO 40) – (Unterrichtsraum)
Zeit: Mittwoch, 12 – 16 Uhr, vom 18.04.2018 bis zum 20.06.2018
Seminarleitung: Salome Boßmeyer
Kontakt: salome.bossmeyer@hu-berlin.de    
Die Neue Rechte gewinnt an Einfluss. Donald Trump wurde zum Präsidenten der USA gewählt, in Ungarn ist eine neo-nationalistische Regierung an der Macht und in Österreich, den Niederlanden und Frankreich sind zuletzt die Kandidat*innen rechtspopulistischer Parteien haarscharf nicht zu Regierungschef*innen geworden. In Indien regiert zum wiederholten Mal ein Premierminister aus der hindunationalistischen BJP. Auch in Deutschland haben sich seit PEGIDA und der Gründung der AfD sichtbare und einflussreiche Vertreter*innen dieses Spektrums etablieren können. Gemessen am Ausmaß rechtspopulistischer/ neo-nationalistischer/ neu-rechter Gruppierungen, Akteure, Publikationen etc. gibt es längst nicht genug Forschung, die dieses Phänomen in seiner gesamtgesellschaftlichen Einbindung und Auswirkung analysiert.
In diesem Q-Tutorium werden wir uns aus studentischer Sicht mit diesem Thema befassen. Dabei sollen vor allem die (scheinbaren?) Widersprüche in neu-rechten Organisationen und Medien sowie in der Wählerschaft rechtspopulistischer Parteien als Ausgangspunkt der Forschung in den Blick gerückt werden: Wie passt es zusammen, Abschiebungen mit Humanismus und christlicher Nächstenliebe zu begründen? Wie können Homosexuelle eine ausschließliche Förderung traditioneller Familienpolitik fordern? Aus welcher Perspektive ist es sinnvoll, aus Abstiegsangst jemanden zu wählen, der nach allen Prognosen die eigene ökonomische Situation verschlechtern wird?
Ausgerichtet an den Wünschen und Interessen der Teilnehmenden werden wir eine ethnografische Forschung durchführen, die danach fragt, wie neurechte Diskurse/Ideologien durch/in Alltagspraktiken sinnhaft gemacht werden. Darüber hinaus soll auch überlegt werden, wie die Neue Rechte aus dieser Perspektive als gesamtgesellschaftliches Phänomen begriffen werden kann und welche Handlungsansätze im Umgang mit Rechtspopulismus angebracht sind. 
Das Q-Tutorium ist über zwei Semester ausgelegt und richtet sich an alle Studierenden, die Interesse an einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik und selbstständiger Forschung haben. Methodisches und/oder inhaltliches Vorwissen ist sehr willkommen.

Open Class Berlin

Universität der Künste
Kontakt: openclassberlin@gmail.com
    
Open Class is a self-organised education and research experiment currently based at the faculty of Fine Arts at Berlin University of Arts. It’s a platform for collective learning, open to any student from any university and any background, connecting disciplines, which are usually separated in the educational system. 
Open Class consists of two structures: Open Labs and Open Meetings.
Open Labs are research groups of students from different disciplines who meet on a regular basis to approach a certain topic with their respective methods. The result of their research is presented at the end of every semester to the public.
In Open Meetings people from all labs come together. Here, new labs are introduced, research-in-progress from the running labs is presented, meta-topics like interdisciplinarity and self-organisation are debated and organisational issues are discussed.
Openness is one of the key pillars of Open Class. Anyone can join, anyone can create a lab and anyone can decide on class matters. Every class and lab meeting is open to drop-ins. There are neither rules nor guidelines how to run a lab in order to be open to new ideas.
Another pillar is the holistic approach to education. In big cities, students go to the university to learn, but leave this context to live and love. We want to enable the students to do learning, living and loving in one place. Interesting collaborations don’t emerge in seminar rooms, but when people hang out and drink a beer with each other. Therefore, community building through dinners and excursions is one important part of our work.  
The last pillar is self-education. In an interdisciplinary context the concept of one teacher is not working anymore. In Open Class everyone is teacher and student at the same time. Knowledge is shared horizontally and not vertically. Research is done hand in hand. 
Normally in universities, research is done by PhD students, PhDs, postdocs and professors. Research questions are thereby filtered by the academic job market, funding agencies and interests of companies. The academic job market and funding agencies are conservative. Change takes a lot of time. Radical ideas don’t get funded. We want to challenge this status quo, by enabling Bachelor and Master students to research on the topics they are interested in, using the facilities of the different universities of Berlin. We expect research ideas that challenge the consensus of the scientific community and proof fertile for further inquiry. 
In the first semester we had four labs running: one on plant behaviour, one on light and reflection, one on writing about art and one where students shared their prosa and poems with each other. In the coming semester at least five new labs will start: slow motion lab, biological sci-fi lab, communi lab, drag lab and #storyyourvision lab.
If you are interested in participating please write us (openclassberlin@gmail.com) or just come to our next Open Meeting which will be announced on our website (openclassberlin.eu) and on our facebook page (https://www.facebook.com/openclassberlin/).

Patriarchale Geschlechterverhältnisse – psychoanalytische und marxistische Perspektiven

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Dorotheenstraße 26 (DOR26), Raum 207
Zeit: Montag, 16-18 Uhr
Seminarleitung: Lena Böllinger
Kontakt: lenaboellinger@posteo.de
Spätestens seit der Zweiten Welle der Frauenbewegung bemühen sich insbesondere psychoanalytische und marxistische feministische Theoretikerinnen, Geschlecht als Strukturkategorie analytisch zu fassen und die Konstruktion der Geschlechterhierarchie nachzuvollziehen und zu kritisieren. Mit dem Aufkommen diskursorientierter und dekonstruktivistischer Perspektiven geriet die Rezeption dieser Analysen zugunsten einer Kritik an normativen Identitäten ins Stocken. Gleichzeitig lässt sich eine Vereinnahmung und Neutralisierung feministischer Forderungen von staatlicher und privatwirtschaftlicher Seite beobachten, die jedoch die systematische Abwertung von Frauen und die sogenannte Care- und Sorgekrise nicht beseitigt, sondern paradoxerweise eher verstärkt. Im Tutorium sollen daher ältere Theoretisierungen der Geschlechterhierarchie nachvollzogen und hinsichtlich ihrer Aktualität bzw. Aktualisierungsmöglichkeiten befragt werden. 
Im ersten Semester werden wir uns zunächst mit feministischen-psychoanalytischen Perspektiven
beschäftigen. Hier werden wir insbesondere Texte von Luce Irigaray lesen und das Theorem der
sexuellen Differenz im Unterschied zum sex-gender-Konzept diskutieren. Im zweiten Semester wenden wir uns feministischen-marxistischen Perspektiven zu und knüpfen an die sogenannte Hausarbeitsdebatte an, die die spezifische Ausbeutung und Abwertung von Frauen(-arbeit) im Kapitalismus thematisierte. Hier werden wir insbesondere Texte der sogenannten ‚Bielefelderinnen‘ lesen, mit deren theoretischen Konzepten sich nicht nur heutige massive Prekarisierungsprozesse analytisch fassen lassen, sondern auch die sogenannte Care- und Sorgekrise als strukturelles Phänomen nachvollzogen werden kann. Ein besonderes inhaltliches Augenmerk des gesamten Tutoriums liegt auf der Frage, wie sich die psychoanalytischen Fragestellungen aus dem ersten Semester mit den marxistischen Ansätzen aus dem zweiten Semester verbinden lassen, und welche Möglichkeiten und Widersprüche im Hinblick auf feministische Praxen sich dabei ergeben.

Poetas de hoy – hispanoamerikanische Lyrik in Berlin. Ein künstlerisches Forschungsprojekt. Teil II

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Dorotheenstraße 24 (DOR 24), Raum 1.403 
Zeit: Freitag 12-14 Uhr
Seminarleitung: Maria Marggraf
Kontakt: maria.marggraf91@gmail.com
Anmerkung: Der Kurs beginnt am 27.04.2018, fällt aus am: 20.04.2018
Dieser Kurs beschäftigt sich mit spanischsprachigen Dichter*innen aus Lateinamerika, die zurzeit in
Berlin leben oder in den letzten Jahren hier gelebt haben. Die Literaturszene Berlins ist ein
Knotenpunkt verschiedener Sprachen und Kulturen. Das Schaffen lateinamerikanischer Autor*innen
ist dabei äußerst lebendig und vielfältig. In diesem Kurs wollen wir diese Diversität anhand der
poetischen Werke herausarbeiten. Dafür werden wir mit der künstlerischen Forschung eine
unkonventionelle, kreative Methode anwenden. Ziel des Q-Tutoriums ist es, herauszufinden, welche
neuen Interpretationsansätze die künstlerische Forschung im Gegensatz zu konventionellen
literaturwissenschaftlichen Ansätzen liefert.
Dieser Kurs ist der zweite Teil eines zweisemestrigen studentischen Forschungsprojekts. Der erste
Teil fand im vergangen Semester statt. Es ist jedoch auch möglich, dieses Semester neu einzusteigen.
Das Projekt ist interdisziplinär und für Studierende aller Fachrichtungen offen. Die einzigen
Voraussetzungen sind Spanischkenntnisse und aktive Mitarbeit bei der Anwendung der kreativen
Forschungsmethoden.    

reflecting on resistance

Humboldt Universität Berlin
Ort: Universitätsstraße 3b (UNI 3), Raum K12a
Zeit: Mittwoch, 16-18 Uhr 
Seminarleitung: Carolin Blauth, Cosima Langer
Kontakt: carolinblauth@posteo.de, cosima.langer@googlemail.com
Universitätsproteste, Stadtpolitik, queerer Aktivismus – Anhand dieser drei Beispiele wollen wir in diesem Semester gemeinsam erforschen, wie sich Menschen jenseits von Parteienpolitik und ohne nennenswerte finanzielle Ressourcen organisieren. Was treibt sie an? Wie machen sie Politik? Was lässt ihren Protest gelingen, bzw. scheitern? Was können wir von ihnen lernen? In der ersten Hälfte des Semesters werden wir sowohl theoretische Texte, als auch Originalquellen – Flyer, Manifeste, Berichte – verschiedener Bewegungen und Gruppierungen lesen und besprechen. In der zweiten Hälfte werden wir diese Themen in Gruppenarbeit forschend vertiefen. Von der Recherche in Archiven über Gespräche mit Zeitzeugen bis zum Lesekreis ist dabei alles möglich.

Ringvorlesung: Finanzkrisen und Geldsystem

Freie Universität Berlin 
Ort: Vorlesung: Garystrasse 35 (Henry-Ford-Bau), Hörsaal D 
Übung: Garystr. 21, Raum 103
Zeit: Mittwoch (ab 26.4.) Vorlesung: 14-16h; Übung: 16-18h
Seminarleitung: Prof. Dr. Barbara Fritz
Kontakt: finanzkrisen@gmail.com
Wie funktioniert unser Geldsystem, was macht eine Zentralbank und welche Ursachen haben Finanzkrisen? Diesen und weiteren Fragen wird in der Ringvorlesung „Finanzkrisen und Geldsysteme“ nachgegangen. Vor dem Hintergrund des weltweiten Aufrufs zu mehr Pluralismus in der Ökonomik (http://www.isipe.net/home-de) wird dieser Kurs im Sommersemester 2018 zum vierten Mal von Studierenden der der Hochschulinitiative „Kritische Wirtschaftswissenschaftler*innen FU Berlin“ organisiert und steht in diesem Semester unter der Leitung von Prof. Dr. Barbara Fritz. 
In thematischen Abschnitten werden Geldtheorien analysiert, verschiedene Finanzkrisen beleuchtet und ergänzende Themen wie die Finanzmarktreformen behandelt. Durch wöchentlich wechselnde Referenten aus Forschung, Politik und NGOs werden unterschiedlichste Perspektiven zu diesen Themen aufgezeigt, um Studierenden somit eine reflektierte und umfassende Perspektive auf das Thema Geld und Finanzkrisen zu vermitteln. Ergänzt werden die Vorträge durch interaktive Diskussionen und vertiefende Übungen.
Die Lehrveranstaltung ist für den VWL-Bachelor der Freien Universität Berlin (LV-Nr. 102076, Modul Wirtschaftsgeschichte), der Technischen Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam mit 6 LP anrechenbar. Gasthörer sind auch herzlich willkommen und können bei bestandener Klausur eine Teilnahmebescheinigung erhalten.

Ringvorlesung: Themen der Feministischen Philosophie / Topics in Feminist Philosophy

Humboldt Universität Berlin Freie Universität Berlin 
Ort: Unter den Linden 6 (UL6), Raum 3038 Grunewaldstraße 35, Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaften
Zeit: Dienstag 18-20 Uhr Mittwoch 18-20 Uhr 
Kontakt: agfemphil@hu-berlin.de
    
Deutsch:
Die Feministische Philosophie bietet neue Perspektiven für Probleme der akademischen Philosophie und thematisiert neue Begriffe und Fragestellungen aus der feministischen Bewegung. Im Rahmen der Vorlesungsreihe stellen Philosoph_innen aus dem breiten Spektrum der Feministischen Philosophie ihre aktuellen Arbeiten vor. So werden in den Vorträgen Fragen “klassischer” Themengebiete wie Gerechtigkeit, Kritischer Theorie, Identität und Philosophische Lehre, aber auch nicht-kanonischer Philosophie wie Gender, Androzentrismus, Diskriminierungen und Intersektionalität behandelt und miteinander verknüpft. So wird durch die Vorlesungsreihe ein Umriss aktueller feministisch-philosophischer Forschung gegeben. Einige Vorträge werden dabei in deutscher, andere in englischer Sprache gehalten.
 
Die Vorlesungsreihe wird von Studierenden der AG Feministische Philosophie organisiert.  Nach dem Weggang von Prof. Dr. Mari Mikkola und dem daraus resultierenden Wegfall des Lehrstuhls für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt auf Feministischer Philosophie setzt sich die AG für den Erhalt feministisch-philosophischer Lehrveranstaltungen an der Humboldt-Universität ein. Neben der Vorlesungsreihe finden im Sommersemester 2018 weiterhin ein begleitendes Kolloquium, ein Projekttutorium sowie mehrere Lesekreise statt.
Weitere Infos: https://www.fb.com/Fem.Phil.HU oder unter hu.berlin/femiphil
English:
Feminist Philosophy explores new perspectives for problems of academic philosophy and takes up issues and concepts from the feminist movement. Within the framework of this lecture series, feminist philosophers present their current research. Both „traditional“ philosophical topics such as justice, critical theory, identity and didactics as well as topics of non-canonical philosophy such as gender, androcentrism, discrimination and intersectionality will be covered. Thereby, this lecture series offers an overview of current research in Feminist Philosophy. Depending on the speaker, some talks will be in German and some in English.
 
The lecture series is organised by the student group AG Feministische Philosophie. Following the end of Prof. Dr. Mari Mikkola’s professorship and the subsequent loss of the chair for practical philosophy with its focus on feminist philosophy, the group takes a stand for the continuation of feminist philosophy at Humboldt University. Apart from the lecture series the group organises a colloquium, a seminar and several reading groups in the summer term 2018.

More information: https://www.fb.com/Fem.Phil.HU or hu.berlin/femiphil

 

Ringvorlesung: Warum nicht Marx?

Freie Universität Berlin 
Ort: Grunewaldstraße 35, Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaften

Zeit: Mittwoch 18-20 Uhr (erster Termin 25.04.18)

 

Der Auftakt des kommunistischen Manifestes weckt den Verdacht, dass sich der vermeintliche Messianismus einer noch kommenden Gesellschaftsordnung bei Marx gegen die permanente Erwartung einer stets noch ausstehenden Heimsuchung eingetauscht findet: “Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus”. Hier kündigt sich der Spuk der Vorgängigkeit eines grundlegenden Prinzips an, dem nachzuspüren bedeutet, nach jenen unaussprechlichen, diferenziellen Grundbedingungen zu fragen, die Verschiebungen, Transformationen und Metamorphosen in Prozessen des Tausches, der Fluktuation des Geldes, der Waren, der Zeichen und Informationen, allererst realisieren.

Ja, es gibt Widersprüche in der Welt, so könnte die Diagnose lauten. Doch was machen wir mit ihnen? Lösen wir sie in einer synthetischen Dialektik auf oder bewahren wir sie in einem Denken der Differenz, das es uns gewiss nicht einfach macht? Bereits in Begriffen wie denen der Entfremdung, des Wertes, des Geldes oder im Fetischcharakter der Ware deuten sich bei Marx diverse Manifestationen einer Theoriebildung im Zeichen des Wirksamwerdens von Differenzen an. Sie erweisen sich als potentielle Anschlussstellen, als untergründige Einschreibungen eines widerspenstigen Denkens, die sich über die Disziplinen hinweg zur Diskussion stellen lassen.

Die Vorlesungsreihe versucht diesen Implikationen in den Texten Marx’ nachzugehen und danach zu fragen, wie ein ausgesprochenes „Ja Sagen zur Divergenz“ (Carl Hegemann) es ermöglicht, existierende Widersprüche als konstitutive Differenz zu begreifen. So will „Warum nicht Marx“ anlässlich seines 200. Geburtstages nicht nur Marx bedenken, sondern mit ihm denken und an seinen Texten ein Denken der Differenz freilegen, an das sich diverse Theoreme strukturalistischer, medienhistorischer, semantischer, gendertheorethischer und anderer Perspektiven anknüpfen lassen. Geben wir also ihm das Wort, lassen wir ihn reden, schon diese erste Geste wird uns seine Texte eröffnen, als die Affirmation eines Denkens, das Grundlage jeglicher Form von Zusammenkunft/bruch bildet und die Aktualität der Behauptung der Heimsuchung wagen: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“.

Die Vorlesungsreihe Warum nicht Marx? strebt eine interdisziplinäre, produktive Marxerkundung an. Im interdisziplinären Austausch sollen Möglichkeiten einer gegenwartsbezogenen, selbstreflexiven Marxlektüre, Anknüpfungspunkte und Kritikpotentiale erprobt werden.

Projektkoordination und -konzeption: Anna Bitter (HFBK Hamburg), Thekla Neuß (FU Berlin), Sophie Sarcander (FU Berlin). Eine Initiative von Pae-Net. Netzwerk für transdisziplinäre Arbeit. Mit der freundlichen Unterstützung des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin, den Tutorien der Film- und Theaterwissenschaft sowie der FSI der Theater-, Film- und Musikwissenschaft, Freie Universität Berlin.

Website des PAE.NET: https://pae-net.com/

Facebook: https://de-de.facebook.com/metaphernsymposium/

(Un)gehorsam – Zwischen widerständiger Praxis und autoritärer Anrufung

Humboldt Universität Berlin
Ort: Sophienstraße 22-22a (SO22), Raum 0.03
Zeit: Donnerstag, 16-18 Uhr
Seminarleitung: Joana Splieth, Jule Ulbricht
Kontakt:  splieth.j@hu-berlin.com, juleulbricht@posteo.de
Gegenwärtig wird der politische Diskurs häufig von krisenhaften Phänomenen bestimmt:
Die Kluft zwischen Politik und Politischem wird immer tiefer, auf die Demokratie wird ein Abgesang gehalten und die Atomisierung der politischen Bewegungen hat längst stattgefunden.  Dieses Tutorium ist der zweite Teil einer Untersuchung, ob und inwiefern die Möglichkeit durch “ungehorsames” Handeln gegeben ist, eine Verschiebung von politischen Machtasymmetrien herbeizuführen.  In diesem Kontext gehen wir in erster Linie der Frage nach: Wie funktioniert heutzutage radikaler Ungehorsam innerhalb einer globalisierten und digitalisierten Welt? Ergänzend möchten wir der Frage nachgehen, wie autoritäre Subjektivitäten durch Gehorsamsproduktion gebildet werden können. Vor dem Hintergrund zeitgenössischer Theorie wollen wir uns mit renitenten Politiken und Dissidenzen im Spannungsfeld von aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Umständen auseinandersetzen. Dies werden wir auf der Textgrundlage von u.a. Silvia Federici, Isabell Lorey, David Graeber, Bini Adamczak, Theodor W. Adorno, Joshua Clover und dem Unsichtbaren Komitee tun.
Bei Fragen könnt ihr uns gerne eine E-Mail schreiben!

Verschwimmende Welten und verirrte Lesende – Entgrenzung von Fiktion und Realität in fiktionaler Literatur 

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Dorotheenstraße 24 (DOR 24), Raum 3.103
Zeit: Mittwoch, 14-16 Uhr
Seminarleitung:Yannic Osterburg
Kontakt:osterbuy@cms.hu-berlin.de
„Gibt es das wirklich? Oder ist das nur ausgedacht? Und wie können wir überhaupt entscheiden, was echt ist und was erfunden?“ Solche und weitere Fragen werfen Texte wie etwa Clemens J. Setz‘ Roman Indigo auf, die die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischen und Unklarheit darüber schaffen, was real ist und was fiktiv. Dabei bieten sie Lesenden nicht nur ein ebenso unterhaltsames wie lehrreiches Verwirrspiel, sondern treffen als bislang unerforschtes Phänomen zugleich in eklatante Leerstellen literaturwissenschaftlicher Fiktionalitätstheorie. Dem wissenschaftlichen Bemühen, Klarheit und Ordnung in das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit in fiktionaler Literatur zu bringen, laufen sie so letztlich zuwider. Ausgehend von der fiktionstheoretischen (kompositionalistischen) Grundthese, dass fiktionale literarische Texte potentielle Mischungen aus fiktionalen und nicht-fiktionalen Elementen sind, möchten wir im Q-Tutorium gemeinsam Licht ins Dunkel bringen und anhand individuell ausgewählter Beispieltexte herausfinden, welche verschiedenen Formen bzw. Typen der Entgrenzung von Fiktion und Wirklichkeit in fiktionaler Literatur existieren, mit welchen Verfahren die Grenze von Fiktion und Realität darin aufgehoben wird und welche Effekte dadurch letztlich erzielt werden.
Das Q-Tutorium steht grundsätzlich allen interessierten Studierenden offen. Aufgrund der allgemein literatur- bzw. fiktionstheoretischen Fragestellung ist es insbesondere für Studierende sämtlicher Literaturwissenschaften bzw. Philologien relevant. Bezugspunkte zu ihren Studienfächern finden darüber hinaus beispielsweise Studierende der Philosophie, der Psychologie sowie anderer medienspezifischer oder medienübergreifender Studiengänge.
Die zu analysierenden Texte werden je nach persönlichem Interesse von den Teilnehmenden ausgewählt. Mögliche Beispieltexte könnten unter anderem von Christian Kracht, Christine Wunnicke, Max Frisch oder auch Jonathan Safran Foer stammen. Sehr gerne können die Teilnehmenden auch eigene Vorschläge einbringen.

Was soll die Uni?

Technische Universität Berlin 
Straße des 17. Juni 135 (H), Raum 3012
Zeit: Dienstags, 16-18 Uhr 
Seminarleitung: Joshua Schultheis, Gabriel Tiedje
Kontakt: projekt1968@posteo.de
„Was muss die Uni? DIE UNI MUSS BRENN‘!“ – Auch wenn wir diese Meinung in unserer Projektwerkstatt als eine zumindest denkbare zulassen würden, wollen wir es uns dann doch nicht ganz so einfach machen wie die „Antilopengang“ in ihrem – mittlerweile zum Klassiker avancierten – Song „Fick die Uni“. Stattdessen werden wir uns in diesem Semester mit einigen der wichtigsten Positionen und Texten auseinandersetzen, in denen es um die Frage nach der Aufgabe und Funktion der Universität geht: Von der klassischen deutschen Universitätsidee, mit der vor allem der Name Wilhelm von Humboldt assoziiert wird, über die hochschulpolitischen Vorstellungen der Protagonist*innen der 68er-Bewegung, bis hin zu neueren Entwürfen, wie etwa Jacques Derridas Essay „Unbedingte Universität“. Die Uni wird uns dabei als freiheitliches Refugium und Ort der reinen Wissenschaft einerseits, als Verblödungsmaschine und Helferin kolonialer Ausbeutung andererseits begegnen. Diesen Widersprüchen wollen wir uns stellen und gemeinsam Antworten auf die Frage danach suchen, ob es im 21. Jahrhundert überhaupt noch einen normativen Zugang zur Bedeutung von  Universität und Bildung geben kann und wenn ja, wie dieser aussehen könnte.

Widerständiges Wissen – Negative Praxis

Technische Universität Berlin 
Ort: Straße des 17. Juni 136 (MA), Raum 742
Zeit: Donnerstag, 14-16 Uhr
Seminarleitung: Sibylle Barnieck, Marie Lippert
Kontakt:marie.lippert612@gmail.com ; glueso12@aol.com
In diesem Projektseminar, das im Rahmen der TU Projektwerkstätten angeboten wird, soll es um Möglichkeiten und Grenzen der ‚Produktion‘ von Wissen gehen. Hierbei werden wir uns zum einen die Frage stellen, ob und wie es sinnvoll sein kann, in Hinblick auf Widerstand mit dem Begriff des Wissens zu arbeiten. Es soll in diesem Zusammenhang der Status des Wissens (und seiner ‚Produzierbarkeit‘) in seiner Bedeutung für gesellschaftliche Emanzipation befragt werden: 
                                      
Was kann der Begriff des Wissens in Hinblick auf die Kritik des Bestehenden leisten? Wie verhält sich in diesem Zusammenhang Wahrheit zu Wissen (als Bewusstsein – als Diskurs)? Liegt die Möglichkeit von Gegenmacht im ‚Gegenwissen‘, im Schaffen alternativer Bezugssysteme? 
                                        
Zum anderen schließt sich hierbei die Beschäftigung mit Verständnissen von Praxis an. In diesem Kontext werden wir uns mit Texten der deutschen und der französischen kritischen Theorie (Adorno/Horkheimer/Foucault/Lacan) beschäftigen, sowie einige zeitgenössische Perspektiven auf den Komplex Wissen/Macht einbeziehen. Durch die Beschäftigung mit den genannten Autoren werden wir uns weiterhin mit ihrem Verständnis von Praxis auseinandersetzen. Der Fokus der Veranstaltung liegt hierbei auf verschiedenen Auffassungen von Praxis, denen gemein ist, dass sie sich als “negative Praxis” beschreiben lassen – d.h. denen keine positiven Handlungsanweisungen zugrunde liegen. 
                                        
Am Ende des Seminars wird gemeinsam ein öffentlicher, am Seminarinhalt orientierter Workshop an der TU von den Teilnehmenden organisiert und inhaltlich strukturiert. 

Zwischen Welt und Übergang – Rilkes Duineser Elegien

Humboldt Universität Berlin 
Ort: Burgstrasse 26 (BU26), Raum 113
Zeit: Mittwoch, 16-18 Uhr 
Seminarleitung: Kai Mertens 
Kontakt: kai8390@web.de
Rilkes Duineser Elegien gehören zu den schönsten, aber auch anspruchsvollsten Gedichten der deutschen Literatur. Rilke selbst bezeichnete den Gedichtzyklus, der erst nach zehnjähriger Arbeit 1922 fertiggestellt worden ist, bekanntermaßen als sein Hauptwerk. In den Duineser Elegien entwickelt Rilke ein metaphysisches Weltbild, das die großen Fragen des Menschseins vereint, verzerrt und in Widersprüchen zum Ausdruck bringt. Der Übergang vom Endlichen zum Unendlichen spielt eine zentrale Rolle wie auch das Verhältnis des Menschen zu sich selbst und zu seiner Umwelt.           
Auf Grundlage der Interpretation Michael von Brücks, der die Elegien in Resonanz mit dem Buddhismus ausgelegt hat, und der berühmten Interpretation des Religionsphilosophen Romano Guardinis wollen wir zu einer eigenen Auslegung der Elegien im Seminar gelangen. Gemeinsames Ziel ist die Veröffentlichung eines Sammelbands, in den studentische Essays (für deren Erstellung und Betreuung auch während des Seminars Zeit sein wird) miteinfließen. So bekommen die Studierenden schon früh die Möglichkeit, erste Publikationen vorzuweisen. Eine Exkursion nach Duino soll in Aussicht gestellt und zu Beginn des Semesters organisiert werden. Fördermöglichkeiten seitens der HU sind bereits im Gespräch. Die Teilnahme wird mit 5 ECTS-Punkten (ÜWP) vergütet, Prüfungen nach Absprache.