Politische Hochschulgruppen

An den Berliner Universitäten gibt es viele studentische Gruppierungen, die sich mit einem breiten Spektrum politischer Themen auseinandersetzen. Neben hochschulpolitischen Themen sind das auch fachspezifische, etwa die kritische Auseinandersetzung mit der Forschung am eigenen Institut, oder gesellschaftspolitische wie Antirassismus oder Feminismus. Wir haben euch hier eine kleine, aber unvollständige Auswahl dieser Gruppen zusammengestellt. Wenn ihr Interesse habt, euch politisch zu engagieren, könnt ihr euch gerne bei einer der Gruppen melden!

AG Feministische Philosophie

Die AG Feministische Philosophie ist eine Studierendeninitiative, die sich für die Lehre und Präsenz der feministischen Philosophie an Berliner Hochschulen einsetzt.

Anlass zur Gründung bietet der Weggang Prof. Dr. Mari Mikkolas, welcher ebenfalls den Wegfall des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) bedeutet. Prof. Dr. Mari Mikkola bot an der HU insbesondere Lehre und Forschung im Bereich der feministischen Philosophie an. Dies bedeutet für Studierende den Wegfall eines Großteils der Lehre an feministischer Philosophie an der HU. Auch im breiteren akademischen Kontext ist diese Entwicklung beunruhigend. Sie reiht sich ein in die Tendenz, feministisches Forschen und dessen Erkenntnisse als letztlich zweitrangige Perspektive anstatt elementaren Bestandteil in akademischen Kontexten zu betrachten.

Die AG Feministische Philosophie organisiert daher als Initiative (Lehr-)Veranstaltungen – Lesekreise, Workshops, Kolloquien bis hin zu Vorlesungsreihen –, um die Präsenz feministischer Philosophie aufrechtzuerhalten und weiterhin Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich intensiv mit dem Thema während ihres Studiums auseinanderzusetzen. Derzeit ist ein Studium der feministischen Philosophie nur im Ausland möglich. Daher streben wir langfristig die erneute, institutionelle Verankerung feministischer Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin an. Denn ohne eine solche wird das Studium der feministischen Philosophie zu einem Luxus, den sich nur Studierende ohne Zeitdruck, mit besonderer Leidenschaft leisten können.

Kontakt: agfemphil@hu-berlin.de
Facebook: www.facebook.com/Fem.Phil.HU

Arbeitskreis kritischer Jurist*innen (AKJ)

Obersatz. Definition. Subsumtion. Ergebnis. War’s das?

Nein – es folgt der arbeitskreis kritischer jurist*innen!

Wir halten das Jurastudium für unzureichend, veraltet und autoritär. Deshalb wollen wir Perspektiven bieten, die sowohl über die juristische Ausbildung als auch über die bestehenden Verhältnisse hinausweisen. In einer krisenhaften Gesellschaft verstehen wir unser Studium als Mittel, das Marginalisierten zu ihrem Recht verhelfen kann. Unsere studentische Gruppe ist offen für jede*n, beschäftigt sich mit rechtspolitischen Themen, organsiert Veranstaltungen, beobachtet Demonstrationen und tritt für mehr Solidarität im Juraalltag ein.

Kommt vorbei und informiert euch, denn Subsumtionsautomaten sind die wirklich gefährlichen Werkzeuge! Unser Plenum findet dieses Semester immer Donnerstags (18h) im Raum 210 (unter den Linden 9, juristische Fakultät) statt und ist für alle offen.

Kontakt: akj@akj-berlin.de

huuls

Wir als huuls (humboldt universität undogmatische linke studierende) verstehen uns als antikapitalistisch, antirassistisch und feministisch.
Unser Ziel ist es die Uni als Raum der Politisierung zu erschließen, indem wir Kämpfe an und außerhalb der Uni verbinden und unterstützen. Eine dauerhafte politische Organisationsform der Studierenden zu schaffen, halten wir dabei für zentral. Ein erster Schritt in diese Richtung war das Veranstalten der Kritischen Orientierungswochen.
Weiterhin unterstützten wir den Streik der studentischen Beschäftigten und den jährlichen Frauenkampftag. Neben der Organisation von Workshops und Vorträgen ist das Sammeln solidarischer Erfahrungen innerhalb der Gruppe, aber auch in Bündnisarbeit, unser Anliegen. Einmal pro Woche treffen wir uns dafür zum Plenum, außer der Reihe gibt es auch Lesekreise sowie “Stammtischabende”. Unsere wöchentlichen Plena stehen allen Interessierten offen, schreibt uns gerne eine Mail an
huuls@riseup.net.

la:iz

E-Mail: laiz@riseup.net
Website: http://laiz.blogsport.eu/
facebook: www.facebook.com/laizfuberlin/

Wir sind la:iz – eine Gruppe von Student*innen verschiedenster Studiengänge an der FU, die nicht nur die Ansicht teilen, dass an der Uni und in der Stadt einiges schiefläuft, sondern auch die Idee, dass wir das gemeinsam verändern können. Der Name unserer Gruppe leitet sich vom spanischen „la izquierda“ ab und bedeutet „die Linke“.

Wichtige Themen sind für uns seit Gründung der Gruppe Entwicklungen an der „Freien“ Universität: Von wachsendem Leistungsdruck über die Neoliberalisierung und Entpolitisierung der Uni bis hin zum Verschwinden von Freiräumen.

Neben diesen und anderen Uni-spezifischen Problemen rückte in der letzten Zeit eine allgemeine Systemkritik in unseren Fokus. Immer mehr ist la:iz deshalb in Berlin und darüberhinaus in verschiedenen gesellschafts- und stadtpolitischen Themenbereichen aktiv. Wir wollen emanzipatorische Kämpfe führen, bestehende Herrschaftsverhältnisse einreißen und streben eine Gesellschaft mit anderen Zuständen an – solidarisch und selbstbestimmt! Eine Gesellschaft, in der alle Menschen ohne Angst leben können, frei von Diskriminierung und Unterdrückung. So sind feministische Kämpfe in ihren verschiedenen Formen und der Widerstand gegen das Erstarken rechter politischer Kräfte zwei unserer aktuellen Schwerpunktthemen.

Wir sind eine Gruppe für Politisierung, Selbstermächtigung, Organisierung und politische Selbstbildung. Gemeinsam setzen wir uns mit verschiedenen Theorien und aktuellen Geschehnissen auseinander und tragen politische Inhalte an die Uni und auf die Straße. Hierfür beteiligen wir uns an Bündnissen, nehmen an Demos und Gegendemos teil und sind durch kreative Protestaktionen, informative Veranstaltungen und die Mitorganisation der Kritischen Orientierungswochen (KOrFU) präsent.

Gleichzeitig verstehen wir uns als sozialen Raum – bei gemeinsamen Partys, Wochenenden außerhalb von Berlin oder schlicht dem kollektiven Kaltgetränk nach dem Plenum. la:iz ist ein Ort, an dem einerseits interessierte Menschen willkommen sind, um sich erstmalig mit politischer Theorie und Praxis auseinanderzusetzen und an dem andererseits auch Menschen, die schon länger politisch organisiert sind, die Möglichkeit haben, sich auszutauschen und neu zu vernetzen.

Neugierig? Auf der Suche nach anderen Perspektiven? Lust auf Veränderung? Dann komm vorbei!
Wir treffen uns zur Zeit immer dienstags um 19:00 Uhr. Den Ort bitte per Mail oder Facebook-Nachricht erfragen.

Offen, FU-weit, links – la:iz

Linke Liste (TU)

Wir en­ga­gie­ren uns als Linke Liste im StuPa, im AStA, an der TU und au­ßer­halb die­ser Räum­lich­kei­ten für eine so­li­da­ri­sche Ge­sell­schaft, gegen Ka­pi­ta­lis­mus, Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, Se­xis­mus und den gan­zen an­de­ren Scheiß! Wir sind in kei­ner Par­tei, weil wir als un­dog­ma­ti­sche Linke sol­che po­li­ti­schen Kon­zep­te ab­leh­nen. Für Selbst­be­stim­mung und Selbst­or­ga­ni­sie­rung ste­hen wir in­halt­lich und prak­tisch. Das heißt für uns auch, dass wir die Hoch­schu­le nicht als eine von der Ge­sell­schaft los­ge­lös­te In­sti­tu­ti­on sehen, son­dern Uni­ver­si­tät als Aus­druck der ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se. Ge­ra­de des­we­gen ist es nötig, eine star­ke stu­den­ti­sche Selbst­ver­wal­tung mit po­li­ti­schen Frei­hei­ten um- und durch­zu­set­zen. Des­halb heißt für uns Po­li­tik an der Hoch­schu­le mehr als nur Gre­mi­en­ar­beit, näm­lich auch all­ge­mein­po­li­ti­sche Ar­beit an der Uni zu ma­chen. In die­sem Sinne freuen wir uns, wenn wir uns an der Uni, in der Stadt oder auf dem Son­nen­deck treffen. Für die Frei­heit der Bil­dung und die Frei­heit von der Bil­dung! Für ein schö­nes Leben!

Wir organisieren im Semester monatlich die „Leftist Cinema“-Reihe mit politischen Filmen an der TU sowie ein offenes Plenum für alle Interessierten. Außerdem findet immer zum Anfang des Semesters eine kleine von uns organisierte kritische Orientierungswoche statt.

Aktuelle Infos gibt es hier: http://lili-tu.org/ und auf Facebook
Kontakt ansonsten per Mail: linkeliste@riseup.net

LinksGrünVersifft (LGV)

LinksGrünVersifft (LGV) versteht sich als offene linke Gruppe an der Humboldt-Universität, die den Schwerpunkt ihrer Arbeit bei ökologischen Themen sieht. Wir wollen die schon bestehenden linken universitären Strukturen durch unsere klar ökologisch-antikapitalistische Haltung ergänzen. Dabei sind wir sowohl im Studierendenparlament, als auch außerparlamentarisch aktiv.

Solltet ihr Lust haben, bei uns aktiv zu werden, tretet gerne über Facebook oder unter lgv.huberlin@inventati.org mit uns in Kontakt.

Medical Students for Choice

Wir sind die Medical Students for Choice Berlin. Wir haben uns 2015 gegründet, weil wir die fehlende Lehre zum Thema Schwangerschaftsabbruch an unserer Uni, aber auch insgesamt im Medizinstudium und artverwandten Studiengängen, kritisieren. Das heißt aber auch, dass unsere AG trotz des Namens nicht exklusiv für Medizinstudierende ist, sondern alle Interessierten sowohl zur Mitarbeit in unserer AG, als auch zu unseren Veranstaltungen herzlich eingeladen sind. Schwerpunkt unserer AG-Arbeit stellt entsprechend die genannte Thematik dar, wir widmen uns aber auch weiteren feministischen Themenbereichen, wie zum Beispiel Sexismus im klinischen
Kontext.

Um das Wissen zu verschiedenen u.a. gesellschaftlichen, rechtlichen, ethischen, historischen, medizinischen Aspekten der Thematik Schwangerschaftsabbruch, insbesondere unter Studierenden zu erhöhen, organisieren wir jedes Semester verschiedene Veranstaltungen wie Vorträge, Filmvorführungen, Buchvorstellungen und Workshops. Unsere bekannteste Veranstaltung ist der Papaya-Workshop, bei welchem erfahrene Gynäkologinnen in kleiner Runde die medizinischen und technischen Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs lehren und auch an einer Papaya mit Instrumenten geübt werden kann.

Einen Erfolg haben wir vor Kurzem erreicht: Die Uni hat uns zugesichert ab dem kommenden Semester mehr Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs in die Lehre aufzunehmen.

Aktuelles zu unseren Veranstaltungen findet ihr auf unserer Facebookseite (@msfcberlin), auf unserer Website dazu noch Termine offener AG-Treffen (www.msfcberlin.de). Dort könnt ihr uns bei Fragen auch einfach erreichen.

RIA

„Risse Im Asphalt“ (RIA) ist eine offene linke Gruppe, die sich nach der Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften im Februar 2017 gebildet hat und unter anderem an der HU aktiv ist. Wir verstehen uns als antikapitalistisch, feministisch, antirassistisch, antifaschistisch und gegen Antisemitismus. Wir kämpfen für die Überwindung von Patriarchat, Kapitalismus und der mit ihm einhergehenden Unterdrückungsmechanismen. Unser Ziel ist die Errichtung einer Welt, in der Menschen würdig miteinander leben können.
Einmal in der Woche treffen wir uns zu einem Plenum, um gemeinsam Aktionen, Demos und Veranstaltungen zu planen, Texte zu lesen und politische Inhalte zu diskutieren. Bis die strukturellen Zwänge dieser Gesellschaft überwunden sind, versuchen wir, einander solidarisch und möglichst auf Augenhöhe zu begegnen.

Kontakt: ria@mail36.net